Suche nach der Wiesbaden

Jens geht mit einem Expeditionsteam auf die Suche nach der gesunkenen "Wiesbaden".
Jens Hilbert nahm zusammen mit Tauchlehrer Dirk Derk Remmers am 08. August zu einer einwöchigen Expedition teil. Die 13 Teilnehmer machten sich auf den Weg die MS „Ostseestar“ SMS Wiesbaden zu suchen und zu erkunden. Ziel dieser Mission war es eine Gedenktafel in 52 Metern Tiefe anzubringen um und der toten Seeleute der Überresten des legendären kleinen Kreuzers Kriegsschiffes SMS Wiesbaden zu gedenken.

Ganz einfach gestaltete sich diese Mission nicht. Die Sicht sollte 3 Meter betragen und zudem bestand große Gefahr in die Nordsee abzutreiben, Da Das Wrack liegt ca. 80 Seemeilen von der dänischen Küste entfernt mitten im Skagerrak. liegt. Durch starke Strömungen vor Ort besteht immer die Gefahr, dass die Taucher abtreiben, sollten sie die Shotline bei schlechter Sicht nicht wiederfinden.
Doch Remmers und Hilbert sind erfahrene Taucher. Nach eigenen Angaben tauchte Jens Hilbert im Jahre 2002 im Roten Meer bis zu 241 Metern Tiefe und hält somit den Tieftauchrekord im sogenannten offenen System. Etliche Wracks wurden von ihm schon erforscht betaucht und etliche zwei Rekorde werden von ihm immer noch gehalten. Remmers steht ihm da aber in nichts hinterher. Der 38-jährige erforschte in den letzten 24 Jahren ganze 350 Wracks.
Nun stand der gesunkene Kreuzer „Wiesbaden“ auf ihrer Liste. Das 145 Meter lange Schiff ging in der Nacht zum 01. Juni 1916 unter. Von den 590 Passagieren überlebte ein Einziger – Oberheizer Hugo Zenne. Die „Wiesbaden“ wurde erst viel später entdeckt und so kam es, dass die Marine 1983 von der Bundesmarine erstmals betaucht. bei einer Übung auf den Kreuzer stoß.
Bei der Tragödie des Untergangs schlug eine Granate in den Maschinenraum ein. Zusätzlich machte ein Torpedotreffer am Heck den Kreuzer manövrierunfähig. Schwer angeschlagen trieb das Schiff dann noch so zwischen den feindlichen Linien.
„Doch die Tauchprotokolle der Marine aus dieser Zeit sind verschwunden“, sagt der in Eckernförde stationierte Marine-Kampfschwimmer Hilbert. Sämtliche Angaben über mutmaßliche Koordinaten sind falsch und so kaufte das Team diese bei einem Marinehistoriker den Experten. Zur Hilfe nahm man sich ein Side-Scan-Sonar, welches eine detaillierte Unterwasserkarte erstellen sollte.
Da von Menschen erbaute Gebilde unter Wasser schnell korrodieren und zerfallen, wollte man Fotos und Videos machen, um die „Wiesbaden“ so gut es geht für die Nachwelt zu erhalten. Da es sich bei diesem Wrack um ein Kriegsgrab handelt, wollte und durfte niemand das Innerste betreten.
Als dann um 15 Uhr das Wetter immer noch nicht mitspielte und man auch die nächsten Tage kein milderes Wetter erwarten konnte, musste die Expeditionsleitung den Entschluss fassen, die Mission abzubrechen. Es war unmöglich ein Sicherungs-Schlauchboot zu Wasser zu lassen. „Wenn wir das nicht hinkriegen, können wir das Tauchen eh vergessen“ sagte Jens Hilbert, zumal das Side-Scan-Sonar bei dem Wellenganz nicht arbeiten kann. Die Gefahr es zu verlieren und somit 70.000 € auf den Grund der Nordsee sinken zu sehen war zu groß.
Doch nichts desto trotz wird im kommenden Frühjahr ein neuer Versuch gestartet. Der Kapitän der „Ostsee Star“ hat den Ausweichtermin auf Mai oder Juni verlegt. Somit ist wieder mal klar: In der Nordsee muss man mit allem rechnen.




